Nachbericht: Packaging Valley auf der FachPack 2010

Wertschöpfungskette Verpackung hautnah

Schwäbisch Hall/Crailsheim. „Ob kleinere oder größere Unternehmen, die FachPack hat bei unseren Ausstellern auf dem Gemeinschaftsstand durch die Bank für große Zufriedenheit gesorgt, “ berichtet Kurt Engel, Geschäftsführer des Packaging Valley e.V. (Schwäbisch Hall). „Das Leistungsspektrum der Mitgliedsunternehmen ergänzt sich sehr gut. Sogar die Unternehmen, die im direkten Wettbewerb miteinander stehen, profitieren vom Informationspotenzial auf kleinem Raum“, so Engel. Aus technischer Sicht war auf dem Gemeinschaftsstand einiges geboten.

Beispielsweise der neue Kartonaufrichter der SVZ Maschinenbau für ein Bechertray (von Klingele Papierwerke) – beide wurden in enger Kooperation entwickelt. Der Vorteil dieser Sekundärverpackung liegt in der Einsparung von rund 30 Prozent Material. Die darauf abgestimmte Maschinenlösung sichert eine hohe Funktionalität und Zuverlässigkeit. Außerdem zeigte SVZ besonders kompakte Roboter des Kooperations-partners Fanuc, mit dem die Becher zu Sortimentspackungen umgesetzt werden können.
R.Weiss Verpackungstechnik präsentierte zwei UNIROB-Toploading-Maschinen, einmal für Kosmetika-Tuben inklusive der Weltpremiere „vollautomatischer Werkzeugwechsel“ sowie in einer Ausführung für Einzelprodukte. Hier wurde auch das modulare Steuerungskonzept der Anlagen demonstriert sowie die Bedienung kompletter Anlagen über ein iPad. Über Servicemodule lässt sich in der Fernwartung der Zustand nahezu jedes elektronischen Bauteils abrufen.
Wie seitenverkehrt ausgerichtete Verschlusskappen mit einer Leistung von 600St./min um 180 Grad gewendet werden können, zeigte Stako Maschinenbau. Die neue Wendestation VW600 ist einfach an vorhandene Zuführsysteme anbaubar. Ebenfalls sehr interessant ist das Transport¬system Airslider AS 200, das auf der FachPack für den Spritzentransport ausgelegt war. Ein Linearmotor mit den Formatteilen bewegt sich hier – vergleichbar dem Transrapid-Prinzip – auf einem Magnetfeld durch die Luft.
Auch Dienstleistungen gehörten zum Informationsangebot: ServoTech berät Unternehmen bezüglich des CE-Prüfzeichens, ob eine Herstellerverantwortung überhaupt vorliegt, und führt bei Bedarf die Umsetzung der notwendigen Dokumente durch.
Heitec stellte das Mavus-System vor, mit dem sich Service und Fernwartung besonders effizient gestalten lassen. Das angenehm zu tragende Headset beinhaltet ein Display für die Anzeige wichtiger Daten und Dokumente, eine Kamera zur Bewegtbildübertragung, Mikrophon und Kopfhörer. Das System bietet Echtzeit-Kommunikation für Telekonferenzen, auch mit mehreren Personen gleichzeitig. Eine Dokumentationsfunktion ergänzt den Leistungsumfang.
Aus dem breiten Spektrum der Optima Group und dem Premiumpartner SF Vision wurde eine CFL1-Maschine für Functional Closures gezeigt. Diese stellt Verschlüsse her, in denen sich die Inhaltsstoffe beispielsweise für Getränke befinden. Erst beim Öffnen werden die Inhaltsstoffe automatisch in die Flaschen abgegeben. Die Füll- und Verschließmaschine Moduline für Kosmetika und chemische Produkte bietet einen extrem modularen Ansatz. Funktions- und Kapazitäts¬änderungen sind damit kurzfristig durchführbar.
Die Track-and-Trace-Technologie gewinnt im Pharmabereich weiter an Bedeutung. Das Unternehmen HVS stellte auf dem Gemeinschaftsstand einen Kartonierer vor, bei dem die Data-Matrix Codier-Einheit unmittelbar integriert ist. Neben dem Data-Matrix-Druck erhalten die Faltschachteln auch eine Vignette (French Coding). Ein Kamerasystem überprüft sämtliche Daten und wertet diese aus.
Von OCS war eine neue Kontrollwaage, Typ EC-Essential, zu sehen. Die sehr kostengünstige Wägelösung prüft Einzelprodukte mit einer Leistung von bis zu 150 Stück/min. Das Modell verfügt bereits über eine elektrodynamische Kraftkompensations-Wägezelle. Gegenüber den DMS-Sensoren, die in dieser Preisklasse zumeist eingesetzt werden, ist das EDK-System bezüglich Zuverlässigkeit, Präzision und Reproduzierbarkeit deutlich überlegen.
Ein Roboter, viele Funktionen – der sechsachsige ROBOT-FLEX-LINE RV-400 von Transnova RUF eignet sich für das vollautomatische Handling und Verpacken von Produkten. Dessen Multifunktionsgreifer „packt“ bis zu 10 Kilogramm Traglast. Der Roboter führt nacheinander sieben (!) verschiedene Funktionen aus, wie Produkthandling, Aufrichten eines Trays, Traybefüllung, Aufrichten eines sekundären Kartons (American Case), Kartonbefüllung mit Trays, Kartonverschluss und Etikettierung. Mit dem UNIPACKER V-230 sowie mit dem UNIPICKER RV-450 wurden zwei weitere Roboterverpackungslösungen für die seitliche bzw. die Bestückung von oben (Toploading) vorgestellt.
Popp Maschinenbau präsentierte den Rotary Placer, mit dem aufmerksamkeitsstarke Hütchen aus Karton oder Anhänger auf Flaschen appliziert werden. Der Rotary Placer lässt sich in bereits bestehende Abfüllanlagen integrieren. Die Position der Flaschen wird erkannt, und auch Flaschen-Sonderformen können verarbeitet werden. Zur sicheren Vereinzelung von flächigen Produkten wurde zudem eine Maschinenlösung vorgestellt, die mit Saugriemen arbeitet.
Speziell für stark anhaftende und empfindliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse hat der Teilmengenwaagen-Spezialist Ishida das Modell CCW-RS im Programm. Ein sich selbst optimierendes Vibrationssystem sorgt für den kontinuierlichen Produktfluss durch die Schalen, so dass Ausbringungen bis zu 65 Takte/min realisierbar sind. Bis zu 200 Voreinstellungen erleichtern die Konfiguration der Maschine. Die vielen Premieren auf dem Gemeinschaftsstand rundete der Beutel-Applikator P-SPA ab. Mit dieser halbautomatischen Maschine werden Beutelverpackungen an Abziehstreifen geheftet, so dass attraktive Hängedisplays entstehen.
Bereits dieser aktuelle Querschnitt aus zwölf Verpackungsunternehmen, die auf dem Gemeinschaftsstand vertreten waren, verdeutlicht die Vielfalt der Verpackungstechnologien im Packaging Valley Germany e.V. mit insgesamt 34 Mitgliedsunternehmen.

Weitere Höhepunkte auf der Nürnberger Messe aus dem Packaging Valley wurden auf den Ständen der Mitgliedsunternehmen Breitner Abfüllanlagen GmbH, Rudolf Deckert GmbH, Gerhard Schubert GmbH und GEPAS GmbH, gezeigt.

Die ausstellenden Unternehmen berichteten alle über im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Besucherzahlen, bilanziert der Vorstandsvorsitzende vom Packaging Valley Bernd Hansen. Der Messestand, mit angenehmer Lounge, dürfe inzwischen als ein Erfolgsmodell bezeichnet werden. Die interne Nachfrage nach Flächen auf dem Gemeinschaftsstand auf der Interpack 2011 nehme weiter zu, so Hansen. Darüber hinaus werde diskutiert, ob das Konzept auf weitere Fachmessen ausgedehnt werden soll. Gesichert sind bereits Stände auf der PackExpo in Chicago und der Interpack in Düsseldorf. Auch von einem gemeinsamen Buchprojekt der 34 Mitgliedsunternehmen sowie einer Neuauflage der Packaging Valley Days in 2012 ist zu hören.

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