Starke Partner – Packaging Valley beim Braunsbacher Wintergespräch

„Das erleben wir sonst nie“

Braunsbach/Limpurger Land. „Das erleben wir sonst nie.“ So begeistert äußerte sich ein Student gegenüber Elke Bader. Er hatte miterlebt, wie persönlich sich die Mitglieder des „Packaging Valley“ um die Suche nach Mitarbeitern kümmern.

„Studenten treffen Unternehmer“, so heißt das Konzept. Nach Betriebsbesichtigungen und Infoveranstaltungen treffen sich die rund 60 Studenten abends persönlich mit den Unternehmern in der Haller Bar „Ollis“. Dieses und weitere kleine Betriebsgeheimnisse wurden bei den Braunsbacher Wintergesprächen gelüftet. Das Silicon-Valley in Kalifornien ist weltweit bekannt. Das Packaging Valley (PV), ein Zusammenschluss von Verpackungsmaschinenbauern aus der Region Schwäbisch Hall- Crailsheim, sei auf dem besten Weg dorthin. So lautet die Botschaft aus dem letzten Wintergespräch zum Thema „Starke Partner“. 34 Mitglieder ganz unterschiedlicher Unternehmensgröße hat der Verein heute. Eine der kleinen Firmen, die Firma „BPS Packaging Solutions“, ist in Braunsbach angesiedelt. Sehr zum Stolz von Bürgermeister Frank Harsch. „Ich wusste gar nicht, dass Sie da Verpackungen für homöopathische Kügelchen herstellen“, meint er in Richtung Geschäftsleiterin Elke Bader. Sie vertritt in dem Gespräch die Unternehmerinnen im Verbund. Für Kleinbetriebe wie den ihren sei der Verein ein unheimlicher Vorteil. Jede Meinung zähle gleich viel, egal von wem sie komme. Der monatliche Austausch mit den Konkurrenten sei sehr informativ.

Einer der Gäste von Moderatorin Tanja Kampe ist Bernd Hansen, Chef von fünf Firmen. Sein Hauptunternehmen, die Firma „kocher-plastik“ in Sulzbach-Laufen, stellt kundenspezifische Verpackungsmaschinen für Flüssigkeiten her. „Zu 90 Prozent für die Pharmaindustrie. Wenn sie im Krankenhaus eine Infusionslösung bekommen, dann ist die von uns verpackt“, gibt Hansen ein Beispiel. Hansen war vor zwölf Jahren Gründungsmitglied des Vereins Packaging Valley Germany. Zum Thema Konkurrenz meint Bernd Hansen: „Alle haben die gleichen Probleme – Ausbildung, Messeorganisation, Leute finden. Über solche übergeordneten Themen kann man miteinander sprechen, ohne sich gleich in die Karten schauen zu lassen.“ Eine „tolle Angelegenheit“ meint Elke Bader, sei die Packaging-Valley-Lounge auf den Messen, wo die größeren Unternehmen des Verbundes gemeinsam auftreten. Dort könne sie, auch wenn sie selbst nicht ausstelle, Kunden zu Gesprächen treffen. Gerade bei Messen würden die Mitglieder gemeinsam ganz anders auftreten, etwa wenn es um einen günstigen Platz für den Stand gehe, ergänzt Hansen. Bei der nächsten „FachPack“ in Nürnberg sei die halbe Halle mit PV-Firmen gefüllt. „Passt auf, dass man die anderen Firmen noch sieht!“ hätten die Messeorganisatoren gesagt, erzählt er lachend.

Dritter Gast ist Kurt Engel vom Technologiezentrum im Haller Haus der Wirtschaft, bis 2002 Bürgermeister der Stadt Gaildorf gewesen. Er koordiniert die gemeinsamen Messeauftritte der Mitglieder und organisiert die PV-Days, einen Kongress für die weltweiten Kunden der hiesigen Maschinenbauer. Das sei eine große Vor-Ort-Messe, wo die Kunden sich gleich mehrere Firmen ansehen können, ein Vorteil für beide Seiten. „Vor zwei Jahren hatten wir 180 Gäste aus 15 Ländern mit dem Ergebnis, dass wir das 2013 wiederholen wollen“, so Kurt Engel. „Und wie sieht es mit dem Frauenanteil in der Branche aus?“, fragt Tanja Kampe die Unternehmerin Bader. Hansen kommt ihr zuvor: „Schon männerlastig, aber es dreht sich langsam.“ Elke Bader hat festgestellt, dass auf den Messen mehr Frauen sind. Neben den Bereichen Dokumentation, wo schon immer Frauen arbeiten, gebe es auch mehr Verpackungstechnikerinnen und Maschinenbauingenieurinnen. „Die nächsten Jahre werden wir viele engagierte und gut ausgebildete Frauen bekommen“, prognostiziert sie.

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