„Marsmännchen“ tauschen sich aus

Packaging Valley Virtual Reality Center Technologiezentrum

Schwäbisch Hall, 17. Oktober 2018 Nein, es sind keine Marsmännchen, die sich im Seminarhaus des Technologiezentrums Schwäbisch Hall zum Erfahrungsaustausch versammeln. Die Menschen in Virtual Reality Center (VR Center) sind ganz normale Konstrukteure, Projektmitarbeiter oder Produktionsplaner, die mit Hilfe von Virtual Reality ihr eigenes Projekt in dreidimensionaler Darstellung auf Schwachstellen prüfen. Arbeitsgerät sind dabei die Tracking- oder 3D-Brillen, eine 4 x 2,50 Meter große Powerwall, auf der die großen Maschinen bis zur kleinsten Schraube dreidimensional dargestellt werden und Flystick sowie WII-Controller, die die Steuerung und Navigation in der virtuellen Welt erlauben. Und ja, das Tippen in der Luft sieht für alle Beteiligten ohne Datenbrille tatsächlich nach Marsmännchen aus. Der Industrie-Arbeitskreis ist ein Projekt des Virtual Dimension Centers Fellbach und von Packaging Valley Germany e. V.

Im VR Center können Unternehmen ihre Anwendungen in Augmented- oder Virtual-Reality-Situation testen, ohne dass sie dabei selbst große Investitionen tätigen müssen. Seit drei Jahren ist das Center im Schwäbisch Haller Solpark aktiv und steht für Anwender aller Industriebereiche offen. Auch die Stadt Schwäbisch Hall war schon präsent: Sie prüfte Bauprojekte mit Hilfe der 3D-Darstellung, so dass sich die Experten ein Bild verschaffen konnten, wie diese Bauten in die Umgebung eingebettet sind.

Maschinen für die Pharmaproduktion

Doch nicht nur auf regionaler Ebene ist man aktiv. Kurt Engel, Geschäftsführer von Packaging Valley e.V.: „Unsere Mitgliedsunternehmen sind hier natürlich mit ihren Kunden präsent. Die großen Pharmafirmen, die zahlreiche Anbieter aus unserer Region zu ihren Lieferanten zählen, kommen hierher und prüfen mit Hilfe der Virtual oder Augmented Reality die Projekte. Passen die Linien in die vorgesehen Produktionsräume? Können alle Teile, die in einer Produktion gewartet oder gewechselt werden müssen, gut erreicht werden?“ Engel verweist auf die hohen Investitionskosten, die bei einer Anschaffung einer Pharmamaschine anfallen. „Einige Pharmafirmen fordern diese Technik bereits, um ihre Projekte sicher zu planen,“ ergänzt Norbert Wais, von der itek GmbH, der mit seinen Mitarbeitern für den operativen Betrieb des VR Centers sorgt.

Schulungen schaffen Durchblick

Auch Schulungen und Infoveranstaltungen finden statt, so dass die möglichen Anwendungsfälle mit den Experten für VR- und AR-Software diskutiert werden können. Im jüngsten Treffen befassten sich rund 30 Experten mit der Frage, wie Montageaufgaben mit Datenbrillen und der Augmented Reality vereinfacht werden können. Kurt Engel macht klar: „Diese Informationsveranstaltungen dienen dem direkten Austausch zwischen den Teilnehmern und den Anbietern von Software-Lösungen. Wir sind überzeugt davon, dass es noch viele Anwendungsfälle gibt, die von Virtual oder Augmented Reality profitieren können.“ Im aktuellen Treffen wurden zum Beispiel auch die Flugreisen angesprochen, die für viele Monteure im Service zum Alltag gehören, um die Maschinen auf der ganzen Welt zu erreichen. „Wir sehen, dass Aufgaben für Fachkräfte vereinfacht werden müssen. Man soll nicht mehr wegen kleinerer Einsätze um die Welt reisen müssen.“

Schnelle Hilfe weltweit

Die Unterstützung der Kunden, ob Pharma- oder Lebensmittelproduktion, hat große Priorität. Aber diese Kunden können auch nicht so einfach eine Wartezeit auf den Servicemann verschmerzen. Sie wollen schnelle Hilfe und die bekommen sie auch – mit der Augmented Reality. Engel erwartet, dass sich aus diesem Grund die Verbreitung dieser Konzepte noch verstärken wird. „Wir haben noch Kapazitäten im VR Center frei, das sollten alle Firmen wissen, die sich mit dieser Technik bekannt machen wollen.“

Das VR Center in Schwäbisch Hall ist ein Projekt der Packaging Valley- Mitglieder und des Schwäbisch Haller Technologiezentrums – u.a. vom Land Baden-Württemberg und der Europäischen Union. Im Juni 2018 haben die Projektpartner entschieden, die Finanzierung für weitere zwei Jahre zu sichern.